Ernährung

Kulturfolger

Eine Reise durch die Zeit – gemeinsam mit deinem Hund.

Hunde sind keine Wölfe – und das ist eine gute Nachricht!

Vor über 12.000 Jahren begann die Menschheit, die Welt zu verändern. Wir wurden sesshaft, bauten Äcker an und begannen, Pflanzen und Nutztiere zu zähmen.

Unsere Hunde, als erste Tiere die sich bereits den Jägern und Sammlern angeschlossen hatten, waren bei jedem Schritt dabei. Sie haben nicht nur unsere Häuser geteilt, sondern sind mit uns mitgewachsen. Sie wurden zu unseren Kulturfolgern.

Wölfe essen Fleisch – Getreide ist daher also nicht gut für Hunde?

Über Jahrtausende hinweg haben sie von unseren Überbleibseln profitiert und wurden mit den Resten der menschlichen Ernährung gefüttert. Sie haben also gelernt, das zu verwerten, was wir essen – weg von überwiegend Fleisch und hin zu einem immer größeren Anteil stärkehaltiger und gegarter oder anderweitig verarbeiteter Pflanzen wie Getreide und Knollen.

Diese gemeinsame Geschichte hat Spuren hinterlassen: Ihr Körper hat sich biologisch verändert, um in diesen neuen Umständen mehr als einfach nur zu überleben.

Hunde haben schon früh in ihrer Geschichte die Fähigkeit entwickelt, Kohlenhydrate und Stärke effizient zu verdauen. Das zeigen auch in Heredity und der Royal Society publizierte Studien. Unsere Hunde sind biologisch also regelrecht darauf programmiert, ein Teil unserer menschlichen Welt zu sein.

Die Biologie der Anpassung…

Die Neolithische Revolution: Die Entstehung der Landwirtschaft war der Wendepunkt. Hunde wurden zu Omnivoren (Allesfressern), die perfekt mit uns Menschen in einer „Kultur-Nische“ gedeihen können.
Die genetische Antwort: Hunde haben eine starke Ausweitung des AMY2B-Gens (Amylase-Gen) entwickelt. Das bedeutet: Ihr Körper kann Kohlenhydrate heute viel effizienter in Energie umwandeln als ihre voreiszeitlichen Wolfsvorfahren oder heutige Wölfe.
Das Kulturfolger-Prinzip ist also keine „Trend-Diät“, sondern die Berücksichtigung der durch Co-Evolution in Jahrtausenden geschaffenen biologischen Realität. Denn die Fähigkeit, Stärke effizient zu verwerten, ist ein direktes Erbe unserer gemeinsamen Geschichte.

Was bedeutet das für deinen Hund heute?

Eine artgerechte Ernährung bedeutet nicht, die Zeit zurückzudrehen und den Hund wie ein voreiszeitliches Wildtier zu behandeln.

Es bedeutet, die moderne Biologie des Hundes zu respektieren.

Über ihre gesamte Geschichte hinweg haben Hunde von den Überbleibseln unserer Ernährung profitiert – wortwörtlich von unseren Essensresten gelebt. Wir kombinieren das Wissen um diese gemeinsame Evolution mit den Anforderungen der heutigen Zeit und Erkenntnissen aus Jahrzehnten der tiermedizinischen Forschung.

Unser Ziel in der Ernährungsberatung ist eine Fütterungsweise, welche die natürliche Anpassungsfähigkeit deines Hundes nutzt und ihm alles bietet, was er braucht – für ein gesundes, vitales und langes Leben an deiner Seite.